Freitag, 7. Mai 2010

Schock in Phnom Penh

Unsere Woche begann etwas ruhiger. Am Montag waren wir wieder im Kinderheim und eine andere freiwillige Helferin brachte ihnen die englischen Grundlagen (Multiplikation, Addition,…) in Mathe bei bzw. versuchte es. Im Anschluss daran unterrichteten Torte und ich wieder eins-zu-eins, um das Ganze nochmals zu vertiefen.
Am Dienstagmorgen ging es für uns früh los ins Niemandsland. Dort fand der wöchentliche Gottesdienst statt, bei dem Torte predigen durfte. Anschließend spielten wir das Spiel „ Faules Ei“ mit den Kids und sie waren begeistert ebenso wie die Erwachsenen.
Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus nach Phnom Penh, die Fahrt dauerte 6 Stunden, zum Glück war eine Klimaanlage vorhanden. Phnom Penh ist die Hauptstadt von Kambodscha und PCL hat dort einen weiteren Arbeitszweig mit einem Kinderheim. Wir trafen uns dort mit anderen Jugendlichen und Mitarbeitern, um das Jugendcamp im Juni vorzubereiten.
Nachdem wir das Hotel einmal wechselten, landeten wir in einem Guest House, das zwar okay war, aber in dem sich unser Badezimmer außerhalb des Zimmers befand.
Abends waren wir mit den Jugendlichen zusammen essen und Matt (der Leiter vom Kinderheim in Siem Reap) lud 2 einheimische, arme Kinder zum Essen ein, er hatte sie schon mehrmals bei früheren Aufenthalten kennen gelernt. Plötzlich ging alles ganz schnell, die Polizei kam und nahm das kleinere der 2 Mädchen sehr grob mit. Er packte sie am Arm und lud sie heulend in ein Tuk-Tuk ein und brachte sie in die Polizeistation. Matt versuchte noch zu erklären, dass er die Mädchen eingeladen hatte und dass die Mädchen eine Mutter haben, aber zu spät, das Kind war weg. Man hörte nur noch das Schreien des Kindes und es brach einem wirklich das Herz.
Wie ihr alle wisst, sind die Polizei und die Regierung hier sehr korrupt und sie arbeiten zusammen mit Organisationen die junge Mädchen als Prostituierte verkaufen. Wir waren alle geschockt.
Danach beteten wir als erstes und plötzlich brachte jemand die Mutter der Mädchen. Matt fuhr die halbe Nacht mit ihr zu verschiedenen Polizeistationen bis sie das Mädchen schließlich fanden. Anfangs wollte die Polizei das Mädchen nicht rausrücken, aber letztendlich konnten sie nicht anders, da das Mädchen keine Waise war. Sie sagten jedoch, dass wenn sie das Mädchen noch einmal sehen, sie es wegbringen würden und die Mutter das Kind nie wieder sehen wird. Am Freitag setzte sich Matt mit einem dortigen Leiter wegen der Situation in Verbindung und die Familie ist nun sicher untergebracht.
Das war echt ein Erlebnis und hat uns einen kleinen Schock versetzt.
Am Donnerstag trafen wir uns mit unseren beiden Jugendgruppen auf einer Art überdachten und erhöhtem Steg am Fluß Mekong. Dort saßen wir den ganzen Tag auf Matten und besprachen den Ablauf des Camps, unsere Sitzmuskeln müssen sich erst noch an das viele Sitzen hier in Asien gewöhnen.
Auch das Essen ist hier sehr gewöhnungsbedürftig, trockener Reis, viel Gemüse, chicken and fish. Unsere Mägen gewöhnen sich langsam daran, aber das Coole ist, dass es hier so gutes Eis in Siem Reap gibt.
Am Freitag sind wir wieder 6 Stunden zurück nach Siem Reap mit dem Bus gefahren und heute Abend sind wir in dem Cafe, da wir hier heute ein Konzert haben. Es ist schön chillig und wir genießen das Miteinander.

Liebe Grüße Torte und Reni

2 Kommentare:

  1. Hey
    Ihr scheint ja echt viele krasse Sachen zu erleben :)
    Gottes Segen bei eurer Arbeit auch mit den Jugendlichen, ihr verändert da echt was und baut am Reich Gottes!!!
    Lebt euch noch gut ein ;)
    LG Andi B

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  2. Hey :)
    ist echt cool das Gott euch so gebraucht..
    Wir denken, beten & vermissen euch.
    Seit gesegnet

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