Samstag, 17. Juli 2010

Soccer Camp, Wasserbruch und Westbay

Neulich haben wir einen Bericht in unseren Blog geschrieben über die Unterschiede zwischen Kambodscha und Deutschland. Dabei haben wir noch einige Fakten vergessen, die wir jetzt gerne nachfügen wollen.
Eines der lustigsten Dinge hier im Land sind Tests oder Arbeiten in der Schule zu schreiben. Torte und ich hatten ja das Glück einen Englischkurs besuchen zu können. Natürlich haben wir auch Arbeiten geschrieben und es war so witzig für uns beide. Bei einem Test reden die Schüler hier zusammen, helfen sich gegenseitig und haben oft ihre Unterlagen unter dem Test liegen, die sie dann auch fleißig gebrauchen. Torte und ich haben Tränen gelacht. Ändern kann man daran nichts, da die gegenseitige Hilfe hier tief in der Kultur verankert ist.
Außerdem ist es sogar in Kambodscha möglich, dass dein Freund für dich die Führerscheinprüfung macht. Das ist kein Spaß, das haben 2 Bekannte von uns hier so gemacht.
Dann ist das Familiensystem hier auch ganz anders als bei uns. Familie ist oft ein weiterer Begriff und umfasst noch die Tanten, Onkels, Großeltern,…. Leider gibt es hier häufig in den Ehen Probleme, da teilweise noch die Ehen von den Eltern geschlossen werden und somit teilweise nicht „Liebe“ das Fundament einer Ehe ist. Was auch noch traurig ist, wenn man jemanden zur Arbeit gehen sieht, sind es oft die Kinder und die Frauen. Die Männer halten sich da eher raus.
Desweiteren diskutieren Kambodschaner so gut wie gar nicht. In der Familie und auch in der Schule wird es ihnen nicht beigebracht sich eine eigene Meinung zu bilden oder zu diskutieren. Das ist manchmal echt schwer für uns, denn immer wenn wir als „Weiße“ etwas sagen, ist das für die Kambodschaner richtig. Während wir in Deutschland schon in der Grundschule anfangen uns eigene Meinungen zu bilden und lernen, darüber zu sprechen.
So das waren noch ein paar große Unterschiede, die uns aufgefallen sind.

Diese Woche durften wir uns dann auch ganz an „unser“ neues Heim gewöhnen und zwar mit allen Eskapaden. Zum einen den Frosch in einem der Badezimmer. Zum anderen kam eine ganze Nacht kein Wasser aufgrund eines kaputten Teils an der Wasserpumpe. Das hieß für uns keine Dusche, kein Wasser fürs Zähneputzen im ganzen Haus und keine Toilettenspülung. Trotzdem genießen wir das Haus aber auch. Wir backen fleißig Kuchen in unserer Küche und haben uns auch schon ganz gut an die „sehr heißen Nächte“ mit ca. 30 Grad und den Scharen von Moskitos gewöhnt.
Am Dienstag waren wir wieder in dem Gottesdienst im Niemandsland. Diesmal sind wir mit unserem Motorrad hingefahren und nach 45 Minuten Wegezeit tat uns der verlängerte Rücken kräftig weh . Der Gottesdienst war echt gut. Trotzdem hat es uns das Herz gebrochen, wenn die Menschen dort erzählen, dass sie oft nicht wissen, was sie essen sollen und nicht genug für ihre Familie haben. Wir überlegen uns jetzt, wie man ihnen helfen kann ohne sie abhängig von uns als „Weißen“ zu machen. PCL und unser deutsches Team vom letzten Jahr haben hier aber auch schon eine gute Möglichkeit der „Reisbank“ geschaffen. Die Menschen aus dem Dorf können sich Reis bis zur nächsten Ernte borgen und haben somit etwas zum Essen.
Am Donnerstag ist dann das Wochenhighlight: das Fußballcamp losgegangen. Von Donnerstag bis Samstag trafen sich ca. 20 Kids um Fußball von morgens um 6.30 bis ca. 10.30 Uhr zu spielen und um verschiedene Techniken zu lernen. Trotz der frühen Stunde ist es schon richtig heiß und Torte hat sich gleich am ersten Tag einen riesigen Sonnenbrand geholt. Natürlich hat es allen Spaß gemacht. Als Belohnung bekam jedes Kind ein Paar richtige Fußballschuhe und ein Trikot.
Am Samstag waren wir am Westbay, welches ein ca. 800 Jahre altes künstlich angelegtes Wasserbecken ist. Das war echt sehr schön, auch wenn die Regenzeit hier immer noch auf sich warten lässt und wir einen sehr niedrigen Wasserstand haben.

Gottes Segen
Torte und Reni

1 Kommentar:

  1. Hehe muss das schnelle deutsche Internet ausnutzen und euch einen ganz lieben Gruß aus Deutschland schreiben! Les immer ganz brav euren Blog und freu mich wenn ihr wiederkommt...aber genießt die Zeit noch, denn hier sind alle Kleinen mittlerweile schon voll groß und mindestens genauso frech!

    Hab euch lieb...

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